Azoren Reisezeit

Rund 1.500 Kilometer vor der portugiesischen Küste liegen im Atlantik neun Inseln, von denen acht einen vulkanischen Ursprung haben, welche die Inselgruppe der Azoren bilden. Die Kräfte aus dem Erdinneren haben jede Insel zu einem besonderen Kunstwerk geformt, dessen grandiose Landschaften Besucher immer wieder beeindrucken. Auf der größten Insel São Miguel liegt die Hauptstadt des Archipels, Ponta Delgada. Die anderen Inseln sind Corvo und Flores im Nordwesten, als mittlere Gruppe findet man die Inseln Fajal und Pico, wo auch der höchste Berg Portugals mit über 2500 Metern zu finden ist, wie auch São Jorge, Graciosa und Terceira. Auf letzterer liegt die Stadt Angra do Heroísmo, die als Weltkulturerbe anerkannt ist. Zu den südöstlichen Inseln gehören außer São Miguel noch Santa Maria und die Formigas, einige kleine, unbewohnte Inselchen.

Das Azorenhoch

Aufgrund seiner Lage mitten im Atlantik haben die Azoren ein sehr eigenes Klima. Grundsätzlich ist es ein subtropisches Meeresklima mit milden Wintern und trotz der südlichen Lage nicht übermäßig heißen Sommern. Die Lage im weiten Meer sättigt die Luft jedoch permanent mit einer gewissen Menge an Feuchtigkeit. Bestimmt wird das Wetter auf den Azoren von der subtropischen Hochdruckzone, die unter dem Namen Azorenhoch bekannter ist als die Inseln selbst, und die mit ihrer jeweiligen Wetterkonstellation das Wetter in ganz Europa bestimmt. Jedoch bedeutet die Existenz dieses Hochs nicht, dass auf den Azoren permanent schönes Wetter herrscht. Je nachdem, wo sich sein Zentrum befindet, kann es den Azoren sogar ausgesprochen schlechtes Wetter bescheren. Aber selbst mitten in diesem Hoch gibt es aufgrund der Luftfeuchtigkeit vom Meer her oft sehr viele tiefe Wolken, die aber nicht unbedingt Niederschlag bringen.

Wetter im Sommer

Da die Azoren deutlich nördlicher liegen als zum Beispiel die Kanarischen Inseln, besteht eine größere Möglichkeit, dass sie von atlantischen Tiefausläufern erreicht werden. Im Sommer ist dies seltener der Fall, man kann mit überwiegend schönem, trockenem Wetter rechnen, auch wenn die Bewohner der Azoren sagen, dass sie vier Jahreszeiten an einem Tag haben können. Dies gilt insofern auch für den Sommer, dass eine nasse Episode immer einmal möglich ist. Meistens dauert sie hier nicht lange, jedoch sind die Nordküsten der Inseln öfter unter Wolken verborgen als die Südküsten und hundertprozentig Vertrauen in das Wetter kann man auf den Azoren nie haben. Auch an die Gipfel der Vulkane hängen sich sehr viel öfter Wolken an, die sich in der relativen Luftfeuchte in größeren Höhen bilden. Auf alle Fälle haben die westlichsten Inseln, zum Beispiel Flores, ein deutlich regnerischeres Klima als die östlicheren, wie Santa Maria. Die mittlere Sonnenscheindauer auf den Azoren erreicht ungefähr die Werte, die auch im Rheingraben durchschnittlich erreicht werden. Die Höchsttemperaturen liegen im angenehmen Bereich zwischen 25 und 30 Grad und die Nächte sind mild, aber nicht zu warm, um gut zu schlafen. Die Wassertemperatur liegt um 24 Grad, ist also angenehm zum Baden.

Wetter im Winter

Wenn der Winter naht, wird das Wetter auf den Azoren noch kapriziöser. Oft wird das Azorenhoch vom Islandtief weit nach Süden abgedrängt. Sehr regnerisches Wetter mit heftigem Wind ist dann die Folge. Auch wenn die Temperaturen im Winter in der Regel mild bleiben, kann das Wetter also auch sehr ungemütlich sein. An bestimmten Stellen bildet sich oft dichter Nebel, der sehr zäh ist und sich nur langsam wieder auflöst. Vor allem oberhalb einer Höhe von 400 Metern ist dies eine nicht gerade seltene Wetterlage. Wenn man im Winter auf die Azoren fahren will, sollte man sich erkundigen, wo die Gefahr für Nebelwetterlagen am größten ist. Das Wetter im Winter kann auf den Azoren jedoch auch so sein, wie in Deutschland im September. Längere Perioden freundliches Wetter mit nur wenig Niederschlag bieten dann die Möglichkeit zu einem Wanderurlaub auf den wunderschönen Vulkaninseln. Vorhersagen, wann das so ist und wie lange es dauert, sind auf den Azoren jedoch schwierig.

Reisen auf die Azoren das ganze Jahr über

Trotz des unwägbaren Wetters ist jedoch eine Reise auf die Azoren eine spannende Sache. Die spezielle Beschaffenheit der Inseln als ehemalige Vulkane ist nicht nur für Erwachsene, sondern vor allem auch für Kinder hoch interessant. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein kann man auf mehreren Inseln Ausflüge in die Geheimnisse der Vulkane machen. Im Osten der Insel São Miguel findet man viele heiße Quellen, die vom Erdinneren geheizt werden und in denen man selbst im Winter baden kann.

Vor allem auch für Naturliebhaber bieten die Azoren überwältigende Eindrücke. Wegen des milden Klimas und der Feuchtigkeit sind die Azoren immergrünen Gärten gleich, in denen viele Pflanzen gedeihen. Bekannt sind die unübersehbaren Felder blühender Hortensien. In São Miguel fährt man die berühmte Serpentinenstraße hinauf, die auf einen Aussichtspunkt führt, von dem aus man einen Blick auf zwei Kraterseen hat, ein einmaliger Anblick. Die Insel Pico ist die einzige, auf der Wein angebaut wird, den es sich zu entdecken lohnt. Im Herbst kann man ihn in vielen Kooperativen probieren.

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