Gardasee Reisezeit

52 km lang ist der Gardasee, 17 km breit und bis zu 347 m tief. Alpengipfel mit über 2.000 m steigen an gut zwei Dritteln hinter der dort schmalen Küstenregion auf, während sich das südliche Ufer in die sub-mediterrane Weite öffnet. Für die zahllosen Besucher bedeutet dies eine anregende Spannung zwischen kontrastreicher Landschaft und einem ausgewogenen Mikroklima. Wahrscheinlich ist deshalb diese Gegend seit über 4.000 Jahren unter wechselnden Herrschaften besiedelt und seit Jahrhunderten das Ziel von Reisenden und Erholung Suchenden.

Der See liegt zur Gänze auf italienischem Territorium, während sich den Zugang zu ihm drei Regionen teilen: Trentino-Südtirol im Norden, die Lombardei im Westen und Venetien im Osten. Für beständige Frischwasser-Zufuhr sorgt der Fluss Sarca, der den See unter dem Namen Mincio Richtung Poebene auch wieder verlässt. Östlich des Gardasees liegen ausgedehnte Anbaugebiete für so bekannte Weine wie Bardolino, Soave und Valpolicella, während im Süden die Reben der trockenen weißen Lugana-Weine gedeihen. 27 Städtchen und Ortschaften scharen sich um den See, um mit Riva del Garda im Norden, Malcesine im Nordosten, Limone im Nordwesten und Sirmione im Süden nur die bekanntesten zu nennen.

Leben pur in der Hochsaison

Laut Statistik weisen die Monate Juli und August die wenigsten Regentage auf. Gleichzeitig sorgt das riesige Wasservolumen dafür, dass ein stetig leicht fächelnder Wind die Sommerhitze dämpft. Entsprechend groß ist das Besucherinteresse schon ab Mitte Juni und bis Mitte September, was sich zwingend auf die Auslastung der Gastronomie-Betriebe auswirkt. Auch die großen Sportereignisse zu Land und zu Wasser sowie die überregionalen Musikveranstaltungen finden in dieser Zeit statt. Die Wassertemperatur ist mit 19 – 20° bei 8 – 10 täglichen Sonnenstunden erfrischend, doch auch für Empfindliche badetauglich.

Höheres Regenrisiko bei mehr Ruhe im Frühjahr und Herbst

Ab Mai beginnt eine angenehme Zeit für weniger Sonnenhungrige. Gleiches gilt für die Zeit von Mitte September bis Ende Oktober. Die Regenhäufigkeit ist mit 10 Tagen im Frühjahr um das Doppelte höher als im Herbst. Wer also vor allem baden will, der sollte sich die Zeit ab Mitte September aussuchen, weil zudem die Wassertemperatur mit 19° angenehm ist und erst im Oktober auf 16° abfallen kann. Auf Frühjahr und Herbst konzentrieren sich die Weinfeste und jene, die an Historisches erinnern.

Komfort für Familien

Allein acht ausgedehnte Wasserparks in unmittelbarer Nähe zum Gardasee bieten Abwechslung nicht nur für die Kinder. Bei Regen locken die Movieland Studios mit Stunts und Spezialeffekten, Themen, die große und kleine Kinoliebhaber faszinieren. Ein anderer Themenpark unterhält mit mittelalterlichen Motiven und Aktionen. Der Safaripark bietet sich für trübe Tage genauso an wie Gardaland mit allen Attraktionen eines Freizeitparks.

Für die Unterbringung gibt es die umfassende Auswahl an Familienhotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen. Letztere liegen vor allem am südlichen Teil des Sees und verfügen standardmäßig über Gästeanimationen zu Wasser und auf dem Land, beispielsweise mit unterschiedlichen Booten, Surfbrettern und Fahrrädern. Darüber hinaus gibt es etliche Bauernhöfe, die Ferienaufenthalte anbieten. Etwas abseits der Touristenzentren und dennoch nahe am See gelegen, setzen sie auf viel Natur und offerieren auch Speisen mit naturbelassenen Zutaten. Diese Familienangebote berücksichtigen überwiegend die Sommer- und teilweise noch die Herbstferienzeit sowie die vor- und nachsaisonalen Perioden dazwischen für Familien mit noch nicht schulpflichtigen Kindern.

Vielfalt für Sportbegeisterte

Praktisch alle Bewegungssportarten können am Gardasee ausgeübt werden. Besonders groß ist die Vielfalt auf der riesigen Wasserfläche. Selbstverständlich kommen Schwimmer teilweise schon ab Mai auf ihre Kosten, häufig auch noch bis Ende Oktober. Nur bei klarem Wetter (und ruhigem Wasser) sollten Taucher das Abenteuer unter Wasser in Form von Grotten, Canyons, Schiffswracks und Hechtschwärmen suchen. Gezielt erkunden, mit einem Höchstmaß an Sicherheit, lässt sich die Unterwasserwelt bei geführten Tauchgängen, auch Spezialität einiger Hotels. Segler finden auf dem See ebenfalls ihr Revier genauso wie Surfer, ob mit eigenen oder gemieteten Booten und Brettern.

Außerhalb des Sees ist die Gegend bestens geeignet für Wanderer und Montainbiker, die praktisch ganzjährig unterwegs sein können, da selbst im Winter die durchschnittlichen Temperaturen am See selten unter 7° fallen. Ein weiterer Vorteil ist sicher der geringere Verkehr außerhalb der Saison. Wieder eher von der Jahreszeit abhängig, öffnet für Kletterer und Balancierer der Jungle World Park mit Parcours in vier Schwierigkeitsstufen von Ende März bis Ende Oktober.

Anziehendes für Kulturinteressierte

Touristen auf den Spuren von Kultur und Historie sind meist eher unabhängig von Außentemperaturen und Witterung. Doch auch für sie gilt, wie für andere, ihren Aufenthalt außerhalb der Saison planende Besucher, dass viele Einrichtungen in den Wintermonaten geschlossen haben, oft zwischen November und März.

Doch wenn Unterkunft und Verpflegung gesichert sind, bietet die Gegend am See einige Gründe, um sie außerhalb der Saison aufzusuchen: Ob historische Residenzen, das mittelalterliche Dorf Canale di Tenno, Ausgrabungsstätten und Höhlenkunst in der Umgebung, religiöse Stätten sowie diverse Museen mit so unterschiedlichen Themen wie Historie und Kunst oder Weine und Olivenöle, ihr Besuch bringt Genuss auch bei trübem Wetter. Außerdem sind die geschichtsträchtigen und an Kulturschätzen reichen Städte Brescia und Verona nicht weit. Im Übrigen gilt, dass Niederschläge am Gardasee oft überraschend kommen, dafür aber selten von Dauer sind.

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