Nepal Reisezeit

Das Land Nepal gilt bei vielen erfahrenen Touristen als “Indien für Einsteiger” und es gibt durchaus kulturelle Parallelen zwischen den beiden Ländern, die sich insbesondere in den vielerorts erkennbaren hinduistischen und buddhistischen Einflüssen widerspiegeln. Diese religiösen Strömungen manifestieren sich in Tempeln, Klöstern, Stupas und natürlich auch in den Menschen selbst. Beide Religionen schaffen es hier in Nepal, in friedlichem Miteinander zu leben und sich gegenseitig zu respektieren. Das Land ist jedoch viel mehr als ein “Indien light”. Auf nepalesischem Gebiet liegt der höchste Berg der Welt, der Mount Everest, und mit ihm einer der sehenswertesten Teile des Himalaya-Gebirges, das jedes Jahr etliche wanderbegeisterte Besucher ins Land lockt. Beliebt sind hier nicht nur die Klassiker Mount Everest und das Annapurna-Gebiet, ebenso der Distrikt Mustang, auch als die Wüste Nepals bekannt, etabliert sich immer mehr zum Geheimtipp unter outdoorbegeisterten Besuchern. Die Hauptstadt Kathmandu bietet zudem mit Boudhanath eine “Pilgerstätte” für buddhistisch interessierte Menschen, die hier zusammen mit den Mönchen der lokalen Klöster die große Stupa in stillem Gebet umkreisen und dabei die in der Mauer eingefassten Gebetsmühlen drehen. Das umgebene Tal ist überfüllt mit Bauwerken und Natur, die allein für sich schon eine Reise wert sind. Der Chitwan National Park mit seinen seltenen Tierarten rundet die umfassende Vielfalt des Landes schließlich ab.

Eine klimatische Reise durch Nepal

Nepal besitzt viele unterschiedlichste Klimazonen und natürlich können Niederschlag, Sonnenstunden und Temperatur zwischen der Gebirgsregion und dem tropischen Süden nicht unterschiedlicher sein. Das Höhenprofil des Landes reicht von wenigen Metern über dem Meeresspiegel bis knapp unter 9.000 Meter – dem höchsten Punkt der Erde. Dementsprechend ist es natürlich nicht einfach, das Klima des Landes zusammenzufassen. Es gibt jedoch Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Regionen, die sich so zusammenfassen lassen.

Der Norden: Berge und Trekking

Als die beste Reisezeit für die Himalaya-Region gelten im Allgemeinen der Herbst und der Frühling, die genauen Monate können dabei von Ort zu Ort variieren. Für die Annapurna-Region empfiehlen sich beispielsweise März bis Mai. In diesen Monaten liegt auch die Rhododendron-Blüte, die die mitleren Lagen des südlichen Annapurna-Massivs in ein leuchtendes Rosa hüllt. Anders als in europäischen Vorgärten findet man hier große knöchrige Bäume, die beinahe schon die Ausmaße einer ausgewachsenen Eiche erreichen können. Die Bäume sind mittlerweile unter Naturschutz gestellt, damit der Bestand durch Abholzung nicht weiter dezimiert wird. Auch die ein oder andere weiße Magnolienblüte lässt sich in dieser Zeit erblicken. Die kälteste Zeit liegt dann bereits in der Vergangenheit und viele der Pässe, die im Feburar noch durch Schneemassen versperrt sein können, werden durch die zunehmende Temperatur wieder begehbar.

Das Thermometer zeigt in dieser Zeit Werte an, die zum Wandern bereits sehr angenehm sind, in höheren Lagen ist jedoch insbesondere Nachts mit Minustemperaturen weit unter Null Grad Celsius zu rechnen. Niederschlagsmengen sind in diesen Monaten eher gering, es kann jedoch passieren, dass der Monsun, der seine Hochphase von Juni bis September hat, verfrüht einsetzt. Die feuchte Luft, die dann von Indien nach Norden ziehen, regnet sich am Himalaya ab und lässt die Wanderwege matschig und schlecht begehbar werden. Lawinengefahr besteht vielerorts und Blutegel haben in diesen Monaten ihre Hochphase. Im Sommer sollte man von Wanderungen daher eher absehen. Allerdings kann auch der Herbst, die eigentliche Hauptreisezeit, sehr gut für Wanderungen genutzt werden. Das Wetter ist dann noch etwas klarer und die Sicht meist etwas besser als im Frühling, allerdings sind zu dieser Zeit Unterkünfte oft ausgebucht. Ein ortskundiger Führer kann dabei helfen, Plätze in den Lodges zu reservieren.

Kathmandutal: UNESCO-Weltkulturerbe

Das gesamte Tal, das die Hauptstadt Kathmandu umgibt, ist Ende der 70er Jahre von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft worden. Auch hier macht sich der Monsun in den Sommermonaten durch Niederschlagsmengen von durchschnittlich bis zu 350 Millimeter (Juli) bemerkbar. In dieser Zeit erblüht das Tal in seiner ganzen Pracht, allerdings ist die Region in einen immerwährenden Nebel gehüllt, der auch von erhöhten Positionen wie dem Hügel von Swayambhunath keinen klaren Blick zulässt. Von Oktober bis April hält sich der Niederschlag stark in Grenzen, allerdings sind die Wintermonate recht kalt und viele Unterkünfte in der Stadt verfügen über keine Heizung. Auch für Kathmandu kann daher die beste Reisezeit mit Frühling und Herbst angegeben werden. Die Sicht in die Ferne ist dann meist besser, wenn auch selten wirklich gut.

Der Süden: Naturparks und Safari

Im Süden liegen die großen Naturparks des Landes, von denen der Chitwan National Park der wohl beliebteste ist. Im Sommer ist es hier unerträglich schwül, wofür hohe Temperaturen und viel Niederschlag sorgen. Im Herbst können hingegen viele Touren und buchbare Attraktion bereits belegt sein. Zudem behindert das hohe Gras die Sicht auf die wilden Tiere, weswegen sich der Frühling trotz wieder zunehmender Besucherzahlen als die beste Reisezeit empfiehlt. Das Gras ist zu dieser Zeit kürzer und bietet weniger Versteckmöglichkeiten für Vögel, Tiger und Krokodile. Ab April ist es vielen westlichen Urlaubern bereits wieder zu heiß, um den Aufenthalt genießen zu können.

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