Sardinien Reisezeit

Ein beliebter Spruch über Sardinien besagt: Als Gott die Welt schuf, vergaß er versehentlich Sardinien. Als ihm dies auffiel, warf er einen Felsen ins Wasser und versammelte auf ihm die schönsten Dinge, die er bisher auf der Erde geschaffen hatte. Diese Anekdote ist gut geeignet, um die Vielfalt Sardiniens zu beschreiben. So finden sich auf der zweitgrößten Insel im Mittelmeer türkisblaues Wasser, kilometerlange Sandstrände und einsame Steinbuchten, aber auch fruchtbare Ebenen und Gebirge im Inland.

Die sardische Kultur ist deutlich von der allgemein italienischen abgesetzt. Uralte Steindenkmäler zeugen noch heute von der Jahrhunderte zurückreichenden Besiedlung der Insel. Tradition und Geschichte spielen bis in die Gegenwart eine große Rolle im Inselleben. Durch die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein weitgehend isolierte Entwicklung sind das Darbieten der alten Tänze, die traditionelle Musik der Hirten und das Tragen der sardischen Tracht nicht zur rein folkloristischen Attitüde erstarrt. Tradition wird nicht nur den Touristen vorgespielt, sondern im Alltag gelebt. Erst in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Sardinien touristisch erschlossen. So gibt es dort heute neben den bekannten Jetset-Lagen an der Costa Smeralda sowie dem quirligen Großstadtleben in Caligari und Sassari noch immer weitgehend unberührte Flecken zu entdecken.

Sardiniens Klima

Auf Sardinien gibt es klar unterschiedene Jahreszeiten. Frühling und Herbst sind warm. Der Sommer ist sehr heiß, regelmäßig herrscht Wassermangel. Im Winter regnet es viel, die Temperaturen sind mild, oft stürmt es. Grundsätzlich gilt: Viele Hotels und Sehenswürdigkeiten öffnen nicht vor Mitte Mai; die Saison endet Mitte/Ende Oktober. Im August, im sogenannten „ferragosto“, macht ganz Italien Urlaub – nicht wenige auf Sardinien. In diesen Wochen sind alle touristischen Hochburgen überfüllt und die Preise steigen allerorten deutlich an. Wer es einrichten kann, reist besser in einem anderen Monat nach Sardinien.

Sardinien gilt grundsätzlich als sonnenreiche Insel mit 300 Sonnentagen im Jahr. Im Juli und August darf man mit 10-11 Sonnenstunden am Tag rechnen. Auch Mai, Juni und September warten relativ zuverlässig mit 8 Sonnenstunden auf. April und Oktober haben immerhin noch durchschnittlich 6-7 Sonnenstunden am Tag. Welche Reisezeit für Sardinien die beste ist, richtet sich nach der Art an Urlaub, die man verbringen möchte. Für folgende Möglichkeiten ist Sardinien bekannt: Baden und Wassersport, Kultur und Sightseeing sowie Aktivurlaub.

Baden und Wassersport auf Sardinien

Vor Mai ist das Wetter meist noch zu feucht und zu kalt zum Baden, auch die Wassertemperaturen sind noch nicht sehr angenehm. Ab Mitte Mai beginnt der Frühsommer, das Baden macht langsam Spaß. Für ausgiebiges Schnorcheln ist das Meer aber meist noch zu frisch. Die durchschnittliche Wassertemperatur steigt im Laufe des Monats Mai von 17 auf 20 °C an. Als erster richtiger Bademonat gilt auf Sardinien der Juni mit Wassertemperaturen bis etwa 23 °C.

Der Juli und vor allem der August sind sehr heiß – Temperaturen um die 40 °C sind keine Seltenheit. Bei feuchtem Südwind kann es zusätzlich zu den hohen Temperaturen auch noch unangenehm schwül werden. Selbst nachts kühlt es oft nur auf etwa 25 °C ab. Das Wasser ist in der Regel um die 24 °C warm. Im September lassen die Lufttemperaturen langsam wieder nach, sind aber immer noch warm genug zum Bad im Meer. Das Wasser ist mit etwa 21-23 °C bis weit in den September noch angenehm warm. Selbst im Oktober ist für etwas Hartgesottenere Baden oft noch möglich, bevor ab Mitte Oktober spürbar der Herbst beginnt und die Wassertemperatur sich auf etwa 18 °C absenkt. Juni und September sind also ideale Bademonate für Familien mit kleinen Kindern. Wer es richtig knackig heiß bevorzugt, für den sind Juli und August die besten Reisemonate.

Kultur und Sehenswertes

Sardinien lockt interessierte Urlauber unter anderem mit Tropfsteinhöhlen, urigen Bergdörfern, Handwerkskunstmärkten und alten Steindenkmälern, die von lange vergangenen Kulturen zeugen. Wem der eine oder andere Regentag nichts ausmacht, weil man ihn flexibel für einen Museumsbesuch nutzen kann, der kann auch schon im April oder im Spätherbst bis Oktober einen Sightseeing-Urlaub auf Sardinien verbringen. Wer Kultur mit Sonnenbaden oder auch Baden im Meer kombinieren möchte, ist am besten im Mai/Juni oder September/Oktober unterwegs. Die Hochsommer-Monate Juli und August sind für die meisten Unternehmungen zu heiß. Im verregneten Winter dagegen machen Ausflüge und Besichtigungen nicht jedem Spaß, zwischen November und März kann es auch empfindlich kühl werden.

Aktivurlaub auf Sardinien

Sardinien bietet hervorragende Urlaubsmöglichkeiten für alle, die Wandern, Radfahren, Golfen oder Reiten möchten. Wer nicht außerordentlich fit ist, sollte diese Aktivitäten jedoch nicht für die Monate Juli und August planen – es ist einfach zu heiß. Mai, Juni, September und meist auch die erste Oktoberhälfte trumpfen mit günstigeren Preisen, weniger Andrang und meist stabilem, angenehmem, sonnigem Wetter. Wer zum Wandern oder Moutainbiken in den Bergen unterwegs ist, sollte gegebenenfalls darauf achten, dass die Übernachtungsmöglichkeiten beheizbar sind.

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